Der Bildende Künstler Henrik Schrat hat uns - also alle die das lesen und deswegen Lust bekommen – eingeladen, an seinem neuen Projekt beteiligt zu sein.
 
Der Künstler: Henrik Schrat.
Er wurde in den 60ern in Greiz / Thüringen geboren und lebt heute in Berlin. Seine Spezialität sind interagierende Kunstprojekte, die in verschiedenen Formen Gestalt annehmen können: Zum Beispiel als übergroßes Mobile im Stiegenhaus der Berliner Energieversorgers GASAG, als überdimensionale Fassedenmalerei in der Wolfsburger VW-City oder als raumfüllender, aus leeren Bonbonpapieren bestehender, Vorhang an der Wand des Frankfurter Börsenparketts.
 
Darum geht's: Schrat hat sich eine Einstiegsgeschichte ausgedacht. Und jetzt hätte er gern, dass jeder Einzelne von uns den Faden aufnimmt und den Fortgang der Geschichte weiterschreibt. Alle Geschichten, die eingesendet werden, werden nicht nur Teil der Kommunikations-Installation, die Schrat entstehen lässt, sondern erhalten als Dank fürs Mitmachen eine signierte Schrat-Grafik.

Am Anfang steht eine Zeitungsmeldung: Sensation – Weltgrößter Erdölfund im Vogtland.

Diese umwerfende Neuigkeit elektrisiert nicht nur die gesamte, alles andere als wohlhabende Region, sondern weckt auch Dreibart, einen fiktiven Riese, der seit Jahrhunderten friedlich iim Vogtlandschlief. Jetzt sind wir am Zug: Ob politisch, umweltschützend, märchenhaft, ironisch oder skurill – solange sich die Texte auf den Eingangsgedanken beziehen, ist absolut alles erlaubt.
 
Der Ort: Greiz im Vogtland.
Genaugenommen kann diese Idee auch nur an diesem – oder einem ganz ähnlich gelagerten – Ort wachsen. Greiz war einst extrem wohlhabend. Im Mittelalter ein Hort deutscher Sagen, Märchen und gnadenloser Romantik á la Brentano und Walter von der Vogelweide. Um 1900 stritt man sich mit Hamburg um den Titel der reichsten Stadt Deutschlands. Greiz war zudem bis zur weltweiten Wirtschaftskrise 1928 der wichtigste europäische Textil-Standort. danach ging es bergab. langsam und schleichend und verzögert durch den Fund eines großen Uranvorkommens. In den 1930er Jahren ein kurz aufflammender Radon-Bädertourismus. Nach 1945 kamen die Sowjets und der kalte Krieg, um das Uran industriell zu Tage zu befördern. In großen Mengen und mit gigantischen Erdbewegungen. Erst 1989 mit der Wende hörte dieser Spuk auf. Danach verfiel die gesamte Region mehr oder weniger schlagartig in einen Sekundenschlaf, der bis heute anhält. Arbeitslosigkeit, Bevölkerungsschwund und Aussichtlosigkeit liefern heute die Schlagzeilen – gestützt auch durch die Aufbauhilfe Ost. Derzeit arbeitet man immer noch hart daran, dem Vogtland eine Perspektive zu geben. So richtig erfolgreich ist man damit noch nicht.

Erdöl im Vogtland!

Gnädiger kann ein Schicksal zu einer gebeutelten Region eigenlich nicht sein. Oder doch? Ist ein solcher Hauptgewinn ein Fluch? Glück gehabt? Vielleicht ist die deutsche Romantik schuld, die Dreibart schuf, oder sind Exxon, Shell und Co. Wohltäter, Übeltäter oder überhaupt nicht wichtig? Schmeckt das große Stück vom Eröl-Kuchen bitter oder süß?
 
Oder löst sich das viele schwarze Gold durch Dreibarts Gestaltwandlerkunst in reinsten Jasminduft auf? Was für eine Zukunft, die es zu beschreiben gilt.

Jeder kann seine Geschichte über die E-Mail-Adresse: geschichte@dreibart-greiz.de

bis Ende August übermitteln oder direkt auf: www.dreibart-greiz.de
hochladen. Hier finden sich zudem noch viele weitere Informationen zu diesem Kunstprojekt.