Dichter der Großstadt:
HAZEL BRUGGER & PHIBI REICHLING (Zürich)
WIR KINDER DES BANKGEHEIMNISSES


Mit gerade einmal knapp über 20 ist Hazel Brugger bereits ein Star der Schweizer Szene: Neben ihren vielen Slam-Auftritten moderierte sie diesen Sommer für das Schweizer Fernsehen (und 3sat) die Art Basel, tritt als US-amerikanische Vertreterin bei den panamerikanischen Slam-Meisterschaften in Rio Janeiro an (wie es dazu kam, kann sie am besten selbst erzählen), schreibt Kolumnen für die TAZ, die Neue Züricher Zeitung und andere, gibt dem Bayerische Rundfunk Interviews zum Thema Frausein, interviewt sich für die Schweizer Tageswoche selbst und ist zudem amtierende Schweizer Meisterin des Poetry Slams.

Zusammen mit Phibi Reichling wagen zwei der gefragtesten Schweizer Bühnenpoeten den weiten Weg von Zürich nach Bayreuth. Sie sagen über sich: Ihre Texte sind philosophisch angehaucht, brutal verwurstet und werden dem Publikum mal lyrisch, mal prosaisch, mal alleine, mal zu zweit unter die schockierten Scheitel geschmiert. Ein Abend für alle, die gerne lachen, denken und sich schon immer einmal gefragt haben, wie Leute so sind, die mit dem Bankgeheimnis groß geworden sind.

„Es kommt auf den Text an, ob ich bewusst mit Rhythmen arbeite oder nicht”, sagt Phibi Reichling. Der 24-jährige Philosophiestudent aus dem zürcherischen Stäfa gilt zurzeit als einer der besten Poetry Slammer der Schweizer Szene. Seine Texte sind geprägt von subtilem Humor, einer Vorliebe für fliegende Pinguine und einem fesselnden Rhythmus. Vorwiegend bei gereimten Texten arbeitet Reichling ganz bewusst mit Rhythmen. Der Einsatz von Geschwindigkeit zum Beispiel sei ein wirksames Stilmittel: „Ein schneller Text, vor allem ein schneller gereimter Text, wirkt erstaunlich. Das ist etwas, das den Zuschauer mitreisst.”

Hazel Brugger & Phibi Reichling begehen somit dem Abschluss der 10 Jahre Jubiläumsprogrammen des LiteraturCafé Bayreuth und sind zugleich der Ausblick auf das, was von der jungen deutschsprachigen Literaturszene jenseits der klassischen Verlage zukünftig noch zu erwarten ist.

DONNERSTAG, 27.11.
Einlass: 18 Uhr (fürs Abendbrot)
Beginn: 19.30
Bechersaal
Eintritt: 12,– / 8.–