Junge Literatur heisst auch: Poeten Raum geben. In der lebendigen Zone der performativen Bühnen-Literatur  spielt Lyrik und Poesie längst eine gewichtige Geige. Das junge Publikum applaudiert Slammern, Lesebühnen-Autoren und Songschreibern genauso wie den stillen, sprachforschenden und nachhallenden Texten der jungen Lyrik-Szene. Ein Leuchtturm in diesem lebhaften Meer der Sprachlabore ist RON WINKLER.
 
Ron Winkler schreibt Gedichte. Großartige Gedichte. Inzwischen hat er 5 Bücher (Lyrik und Kurzprosa) geschrieben und mit dem Mondseer Lyrik-Preis, dem Rainer Malkowski-Preis sowie dem Leonce und Lena-Preis bereits 3 bedeutende Preise entgegengenommen. Ron Winkler wurde 1973 in Jena geboren und lebt heute in Berlin.
 
Ron Winkler liest aus „Prachtvolle Mitternacht” (Gedichte, 2013).

„Prachtvolle Mitternacht
” beginnt mit einem Abgesang, einer Totalverweigerung, einem Boykott:
»nicht mehr teilnehmen (...) nicht mehr Buchstaben zu etwas Aufgesplissenem ordnen. (...) nicht mehr an sich selbst //
schreiben. Oder anderen //
jene neunzehnsilbigen Kosenamen ins Ohr flüstern, die nackt //
machen, wenn man sie sagt.« Um sich im Anschluss umso leidenschaftlicher in Buchstaben und Kosenamen, in »Zahlen und Figuren« zu stürzen. Das jedoch tut er stets mit ironischer Distanz: »ist eine Rose //
und also mehr als eine Rose //
und also zugleich keine Rose mehr. nicht mehr. und auch: nie //
mehr: nie mehr //
nicht.«
 
Waren seine letzten beiden Gedichtbände FRAGMENTIERTE GEWÄSSER und FRENETISCHE STILLE voller geschichtsphilosophischer Anspielungen und naturlyrischer Auskundschaftungen jenseits der Idyllik, wird er nun zum Minnesänger:
»ich machte dir weiter den Hof, die Stirn, ich //
machte dir die Wellen«;
Winkler erzählt, so mag man Roland Barthes variieren, von der Defragmentierung einer Sprache der Liebe. Da darf Venedig nicht fehlen: Hier bewegen sich ein Ich und ein Du wie träumerisch durch die Stadt und die Begriffe, die mit ihr verwoben sind.

Carsten Klook,schreibt in der ZEIT-Online:
 „Poesie, in der es kracht, knallt und aus voller Kanne Sinnlichkeit regnet: Der Berliner Dichter Ron Winkler hat eine Lyrikrakete gebaut...
Ron Winkler, 1973 (...) ist ein Sprachraumforscher des 21. Jahrhunderts und als solcher einer der wenigen, die diese Bezeichnung auch verdienen.”

Ron Winkler erfindet sich seine eigene Wirklichkeit, faltet die Sprache auf, hinein in einen Möglichkeitsraum, der nur noch seinem eigenen Referenzsystem gehorcht, das ihn mit seiner Unerschöpflichkeit ebenso zu überraschen vermag wie den Leser.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung
 
 
Vorverkauf: Hugendubel (Mo.-Sam. 9.30 -20 Uhr)
Eintritt: 5,– EUR
 
Blattschuss-Festpiel-Ticket für alle Veranstaltungen: 29,–EUR